Modernisierungen und Reparaturen klug finanzieren

Rücklagen schaffen Sicherheit

Arbeitnehmer und Angestellte haben in diesem Jahr mehr Geld bekommen: Um durchschnittlich 3,1 Prozent sind die Löhne 2015 in Deutschland gestiegen. Viele Wohnungs- und Hausbesitzer nehmen dies zum Anlass, Rücklagen für die Instandhaltung und Modernisierung zu bilden oder diese zu erhöhen. Was dabei zu beachten ist, weiß Carolin Heidbrede, Finanzierungsberaterin in der Zweigniederlassung Bielefeld.

Deutschlands Immobilien sind überwiegend „Oldtimer“. Zwei Drittel des Wohnungsbestands sind älter als 35 Jahre. „Für diese und für jüngere Objekte gilt: Maßnahmen zur Instandhaltung sind unerlässlich“, sagt Carolin Heidbrede.

Renovierungen umfassen Schönheitsreparaturen, die Abnutzungsschäden beseitigen. Zu typischen Arbeiten, die etwa alle fünf bis zehn Jahre anfallen, gehören Tapezieren, das Streichen von Innenräumen oder der Fassade sowie das Abschleifen von Holzfußböden.

Sanierungen greifen tiefer in die Bausubstanz ein. Sie fallen zwar seltener an, sind dafür aber auch kostspieliger. Dies betrifft beispielsweise Heizkessel und Heizkörper, den Fassadenputz, Fenster, Außentüren und das Dach. Sinnvoll ist es, diese ohnehin fälligen Sanierungsarbeiten gleich mit einer energetischen oder altersgerechten Optimierung zu kombinieren. Dazu gehören unter anderem die Dachisolierung, die Wärmedämmung bei der Erneuerung der Fassade sowie der Einbau von Fenstern mit Wärmeschutzverglasung. Badezimmer barrierefrei zu gestalten oder die Küche mit einer höhenverstellbaren Arbeitsfläche auszustatten, macht die Immobilie auch für ältere Bewohner attraktiv.

„Um sich für Renovierungen und Sanierungen zu wappnen, sollte regelmäßig ein fester Betrag zur Seite gelegt werden. In welcher Höhe, hängt vom Alter und der Größe der Immobilie ab“, so Carolin Heidbrede. Das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau empfiehlt zur Orientierung folgende jährliche Rücklagen:

  • bis zum 5. Baujahr des Hauses: 4 Euro je Quadratmeter
  • bis zum 10. Baujahr: 6 Euro je Quadratmeter
  • bis zum 15. Baujahr: 7,50 Euro je Quadratmeter
  • ab dem 16. Baujahr und älter: 10 Euro je Quadratmeter

Zur Kapitalbildung können ein Banksparvertrag, das Fondssparen oder auch der klassische Bausparvertrag genutzt werden. „Gerade der Bausparvertrag eignet sich besonders gut, um Rücklagen für das Eigenheim zu bilden“, erklärt Carolin Heidbrede. „Denn zunächst wird mit moderaten Monatsraten ein Grundstock für die künftigen Maßnahmen angespart. Später kann der Bausparer dann ein Darlehen erhalten. Das Besondere daran ist, dass der Zinssatz dieses Darlehens schon heute feststeht. Dadurch wird das derzeit niedrige Zinsniveau für das künftige Vorhaben gesichert.“ Immobilienbesitzer können auf diese Weise auch umfangreichere Sanierungen stemmen, die schnell einen fünfstelligen Betrag ausmachen.