Nachhaltig einen Schritt voraus

Eine Richtlinie der Europäischen Union zur Offenlegung von nichtfinanziellen Informationen macht den Nachhaltigkeitsbericht in Zukunft – ab 2017 – auch für die Volksbank zur Pflicht. 2016 hat sie das Center for Sustainable Governance (CSG) der Fachhochschule des Mittelstands (FHM), Bielefeld, bei der Pilotierung des „Unternehmerischen Nachhaltigkeitskompasses“ unterstützt. Das Ergebnis: ein erstes gutes Nachhaltigkeitsergebnis für die VerbundVolksbank OWL eG, wertvolle Erkenntnisse und Entwicklungsmöglichkeiten.

„Ein anspruchsvoller, aber spannender Prozess!“ So wird das Projekt „Unternehmerischer Nachhaltigkeitskompass“ in der VerbundVolksbank OWL eG in Erinnerung bleiben. Als das Center for Sustainable Governance im Februar 2016 Detlef Kropp, Niederlassungsleiter des „Bankvereins Werther“ und Mitglied im Kuratorium des CSG, fragte, ob die Bank den Zertifizierungsprozess testweise durchlaufe, war die Bereitschaft sofort da. Weitere Mitstreiter waren die Gundlach Verpackung GmbH und die von-Reden-Unternehmensgruppe (Gut Wendlinghausen). Alle drei Unternehmen sind Mitglied des CSG.

Den „Unternehmerischen Nachhaltigkeitskompass“ hat das CSG auf Basis der Struktur des renommierten Deutschen Nachhaltigkeitskodexes (DNK) des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung entwickelt. Dahinter steht ein strukturierter Leitfaden, mit dem Unternehmen das komplexe Thema der Nachhaltigkeit systematisch durchleuchten können. Für Professorin Dr. Anne Dreier, Rektorin der FHM, und Professor Dr. Volker Wittberg, Leiter des CSG, hat die praxisorientierte Bewertungsmöglichkeit von Nachhaltigkeit eine hohe Bedeutung: „Nur so ist es den Unternehmen möglich, eigene Fortschritte im Bereich der Nachhaltigkeit systematisch zu steuern und zu kontrollieren, die dann an Stakeholder berichtet werden können. Außerdem können die größeren Unternehmen ihre regulatorischen Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung effizient erfüllen.“ Während der Pilotierung stand das CSG in einem engen Austausch mit den Unternehmen. So konnten laut Wittberg die Praxistauglichkeit der Bewertungssystematik sichergestellt und Entwicklungsmöglichkeiten für den „Unternehmerischen Nachhaltigkeitskompass“ aufgedeckt werden.

Jede Menge Fragen zu insgesamt 20 Themengebieten in vier unterschiedlichen Kategorien – Strategie, Prozessmanagement, Umwelt, Gesellschaft – waren für den Kompass innerhalb von acht Wochen zu beantworten. Aufgrund der Vielschichtigkeit der Inhalte, die recherchiert und zusammengetragen werden mussten, wurde der Nachhaltigkeitskompass zum Gemeinschaftsprojekt der Abteilungen Unternehmenskommunikation, Personalmanagement, Gebäudemanagement und Controlling erklärt. Die Koordination und das Zusammenfassen der Inhalte übernahm der Bereich Unternehmenskommunikation, der sich in Zukunft auch um den Nachhaltigkeitsbericht kümmern wird. Weitere Fachabteilungen halfen beim „Zählen, Messen und Wiegen“. Je tiefer die Beteiligten in das Thema einstiegen, umso mehr schärfte sich der Blick für die Nachhaltigkeits-Themen. Schnell wurde klar, dass die Volksbank bereits in vielen Bereichen nachhaltig unterwegs ist, aber auch, welche Ansätze noch ausgebaut werden können. „Vieles wird bereits seit Jahren praktiziert und umgesetzt, aber nicht so bewusst als nachhaltig wahrgenommen“, bestätigen die Volksbanker.

Am Ende des Pilotierungsprozesses stand die Bewertung durch Experten und das Zertifizierungskomitee des Instituts nach der vom CSG entwickelten Systematik an. Für die drei beteiligten Unternehmen fiel diese durchweg positiv aus. Entsprechend groß war die Freude, als das CSG am 2. November 2016 der Volksbank, Gundlach Verpackung und der von-Reden-Unternehmensgruppe den Nachhaltigkeitskompass überreichte. Damit gehören sie zu den ersten drei Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe und auch bundesweit, die mit dem Nachhaltigkeitskompass zertifiziert worden sind.

„Die Zusammenarbeit mit dem CSG war für uns eine erste gute Gelegenheit, uns systematisch mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen. Dabei ist uns bewusst geworden, dass unser genossenschaftliches Geschäftsmodell und unser Handeln nach den genossenschaftlichen Prinzipien, das für uns selbstverständlich ist, schon dem Grundsatz der Nachhaltigkeit entsprechen“, ist sich das Pilotierungs-Team einig. Das Zertifikat des CSG gilt zwei Jahre und muss danach rezertifiziert werden. Der nächste Schritt wird nun sein, auf dieser Basis einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen. Durch die Lernerfahrung mit dem  Nachhaltigkeitskompass ist die Bank darauf bereits gut vorbereitet und in Sachen Nachhaltigkeit einen Schritt voraus.  

Im Netzwerk „nachhaltig“ vorangekommen:

Fachhochschule des Mittelstandes: Professorin Dr. Anne Dreier, Rektorin und Professor Dr. Volker Wittberg, Leiter des Centers.
Bankverein Werther: Detlef Kropp, Niederlassungsleiter
VerbundVolksbank OWL eG: (v. l.) Stefan Müller, Leiter Personalmanagement, Jutta Hanke, stellv. Leiterin Unternehmenskommunikation, Henrik Rustemeier, Gebäudemanagement, Sylvia Hackel, Leiterin Unternehmenskommunikation, Franz-Josef Krüger, Leiter Controlling, und Indra Köller, Unternehmenskommunikation.