Ranga Yogeshwar macht Werther schlau

(v.l.): Dr. Ulrich Bittihn, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold eG, Marion Weike, Bürgermeisterin der Stadt Werther, Ranga Yogeshwar und Tim Eweler, Niederlassungsleiter Privatkunden.

Im Festzelt auf dem Tiede-Gelände hat Ranga Yogeshwar am 10. September „Werther schlau“ gemacht. Rund 1.000 Gäste des „Bankvereins Werther“ erlebten den aus Funk und Fernsehen bekannten Wissenschaftsjournalisten mit einem Vortrag zum Thema „Nächste Ausfahrt Zukunft – unser Umgang mit dem Neuen“. Auch in diesem Jahr war das Interesse an der Vortragsveranstaltung überaus groß. Nach nicht einmal zwei Wochen waren alle Karten vergriffen.

Ranga Yogeshwar fesselte die Gäste in seinem mehr als 90-minütigen spannenden Vortrag und lieferte neben klaren Appellen auch viele Gründe zum Nachdenken. Anhand mehrerer Beispiele machte der 56-Jährige deutlich, wie wichtig es sei, die Zukunft selbst mitzugestalten und nicht nur zu konsumieren. „Die Zukunft hat schon begonnen“, erklärte Yogeshwar. „Wir dürfen die normative Kraft des Neuen nicht unterschätzen und uns nicht aus dem Gemeinschaftsdenken herausziehen, weil es bequemer ist“, appellierte er. Die Zukunft habe bereits begonnen. „Wir sehen die neuen Dinge mit ,alten‘ Augen und kriegen dadurch oft das Bild nicht auf das ,Neue‘ gelenkt. Hinzu kommt, dass die wirklich neuen Sachen Dinge sind, die wir kaum verstehen“, erklärte Ranga Yogeshwar den Gästen. „Wir müssen uns vor Augen halten, dass es genau diese Dinge sind, die die Welt verändern werden.“

„Das Neue kommt nicht in ,Hochglanz‘, dafür aber in Dimensionen, in die man nicht eintauchen kann und die dazu noch überaus komplex sind.“ In wahnsinniger Geschwindigkeit breite sich Wissen heute aus und erreiche damit immer neue Rekorde. Jeden Tag erscheinen zum Beispiel weltweit 20.000 neue wissenschaftliche Publikationen. Die Medizin entwickelte sich derzeit ohnehin in galoppierender Geschwindigkeit, vor allem, was die Diagnostik betreffe. Während man früher zum Arzt gegangen sei, wenn man krank war, werden Krankheiten heute bereits prognostiziert.

Yogeshwar erklärte, dass sich auch die Werbung diesen Prognosetrend zu eigen macht. Durch die permanente Konsumdatenerfassung sollen Wünsche nicht nur erfasst, sondern gezielt und individuell generiert werden, berichtete der TV-Star. „Demnächst heißt es nicht mehr ,ich möchte‘, sondern ,ich werde gemöchtet‘“, brachte Yogeshwar das Publikum zum Lachen.

Sorgen macht sich der Referent jedoch um das rasante Wachstum des Internets und die damit verbundenen Möglichkeiten. Der Einkauf im Internet gefährde nicht nur die Innenstädte, sondern mache es auch leicht, Daten zum Nutzerverhalten zu sammeln. „Der Datenschutz wird in Deutschland schlicht verpennt“, monierte der ARD-Moderator.

In seinem Vortrag unterstrich Yogeshwar, „dass wir die erste Generation sind, die die Gegenwart gestalten kann“. „Wir brauchen keine ,Bullshit-Innovationen‘“. Beispielhaft berichtete er von einer Uhr, die anzeigt, wenn man Stress hat, oder einer Handy-App, die den Müsli-Stand zu Hause angibt. „Wir müssen nicht alles machen, nur weil es möglich ist.“ In Zukunft solle das Programmieren frühzeitig erlernt werden wie das Lesen, Schreiben und Rechnen in der Schule. „Nur so können wir entgegenwirken, dass die elementare Infrastruktur von nur einer Nation beherrscht wird“.

Im Anschluss dankte Vorstandssprecher Dr. Ulrich Bittihn dem Referenten für seinen „wachrüttelnden Vortrag“, der vom Publikum mit langanhaltendem Applaus gewürdigt wurde. Große Zustimmung fand bei den Gästen, dass die Summe aus dem Kartenverkauf in Höhe von insgesamt 7.500 Euro erneut vom „Bankverein Werther“ verdoppelt wird und somit 15.000 Euro der Region zu gute kommen.

 

18. September 2015